Müllers fahren zur WM

Entrepreneur of the Year: Im Deutschen Historischen Museum in Berlin sind am vergangenen Freitag Unternehmer und Unternehmerinnen für Kreativität, unternehmerischen Erfolg, Veränderungskraft und gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet worden. Die Gewinner des wichtigsten Unternehmerpreises Deutschlands wurden von einer unabhängigen Jury unter Vorsitz des main-fränkischen Familienunternehmers Dr. Manfred Wittenstein (Wittenstein AG) aus
34 nominierten Unternehmen ausgewählt. / Mehr

EoY 2016 (v.l.): Michael Marbler von EY, Moderatorin Judith Rakers, die Gewinner in der Kategorie Dienstleistung Ursula Schelle-Müller und Dieter Müller von Motel One, Jury-Mitglieder Prof. Christine Volkmann Dr.-Ing. E. h. Manfred Wittenstein

Stimmen zum Entrepreneur of the Year 2016

Interview mit Torsten Wywiol (Stern-Wywiol Gruppe)

Der Sieger in der Kategorie Konsumgüter führt aus, weshalb das Geschäftsmodell der Stern-Wywiol Gruppe erfolgreich ist, und wie sich Familienunternehmen im globalen Wettbewerb gegen große Konzerne durchsetzen können.

Interview mit Peter Englisch (EY)

Peter Englisch, Global Leader Family Business Center of Excellence und Leader Entrepreneur of the Year Deutschland, spricht über die gesellschaftliche Rolle von Unternehmen und die Besonderheiten von Familienunternehmen.

Interview mit Nils Glagau (Orthomol)

Der Finalist in der Kategorie Industrie spricht über Vernetzungsmöglichkeiten bei der Preisverleihung des Entrepreneur of the Year Award und die weiteren Erfolgsaussichten des Nahrungsergänzungsmittelherstellers Orthomol.

Interview mit Bastian Nominacher (Celonis)

Der Gewinner in der Kategorie Start-ups erläutert, wie Unternehmen von den Process-Mining-Lösungen der Celonis SE profitieren können, und welche Chancen sich in Zukunft für die Big-Data-Branche ergeben werden.

Interview mit Hubert Barth (EY)

Huberth Barth, CEO & Country Managing Partner von EY Deutschland, zieht ein Fazit aus dem diesjährigen Wettbewerb und spricht über Entwicklungschancen für Unternehmen in Deutschland.
Außerdem erläutert er, was die Digitalisierung der Wirtschaft mit dem Iron Man auf Hawaii zu tun hat.

Interview mit Dieter Müller (Motel One)

Dieter Müller und seine Ehefrau Ursula Schelle-Müller haben nicht nur in der Kategorie Dienstleistung gewonnen, sie werden auch im nächsten Jahr Deutschland beim World Entrepreneur of the Year in Monaco vertreten. Im Interview gewährt Dieter Müller Einsichten in sein unternehmerisches Erfolgsrezept und lässt uns an seinen Eindrücken von der Preisverleihung teilhaben.

Interview mit Brigitte Mohn (G8 Social Impact Investment Taskforce)

Dr. Brigitte Mohn, Vorsitzende des deutschen National Advisory Board der G8 Social Impact Investment Taskforce, erklärt, wie soziales Engagement und unternehmerischer Erfolg miteinander in Einklang zu bringen sind, und was in Deutschland für die Ausbildung künftiger Unternehmer-Generationen getan werden sollte.

Nominiert als Entrepreneur of the Year 2016 in Deutschland


AUSTAUSCH FÖRDERN – INFORMATIVEN MEHRWERT SCHAFFEN.

Sie bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft: Mit dem aussagekräftigsten Ranking zu Deutschlands Top-Familienunternehmen machen Unternehmensvernetzer Matchbird und EY die Schlagkraft der heimischen Familiy-Offices transparent.

Ranking: Die größten Familienunternehmen

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STICHWORTSUCHE

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Rang Unternehmen Branche Umsatz
1 Volkswagen AG Automobilbau 202.800,0
2 BMW AG Automobilbau 80.401,0
3 Schwarz Beteiligungs GmbH Handel 74.000,0
4 Unternehmensgruppe Aldi Nord Lebensmitteleinzelhandel 65.800,0
5 Metro AG Handel 59.219,0
Company-Feature:
REHAU AG + Co / Initiatoren des Fortschritts
6 Robert Bosch GmbH Technologie/Dienstleis... 48.951,0
7 Continental AG Automotive 39.232,0
8 Fresenius SE & Co. KGaA Medizintechnik/Gesundheit 23.231,0
9 Merckle Gruppe Pharmahandel/Maschinenbau 23.049,0
10 Bertelsmann SE & Co. KGaA Medien/Dienstleistungen 16.675,0
11 Henkel AG & Co. KGaA Konsumgüterindustrie 16.428,0
12 Heraeus Holding GmbH Edelmetallhandel/Techn... 15.589,0

Blut und Business

Wer die Balance zwischen Familien- und Unternehmensinteressen halten kann, bleibt über Generationen hinweg erfolgreich. Darum geben sich immer mehr deutsche Familienunternehmen eine eigene Verfassung, in der gerichtsfest geregelt wird, wer etwas zu sagen hat, was mit Gewinnen geschieht und welcher Unternehmensphilosophie man folgt. Der Aufwand ist gerechtfertigt, denn Streit im blutsverwandten und angeheirateten Gesellschafterkreis ist der häufigste Grund für das Ende einer erfolgreichen Familienunternehmensgeschichte. Mit dem neuen Informationsportal top-familienunternehmen.de stellt matchbird die erste sortierbare Übersicht der stärksten deutschen Firmen ins Netz, bei denen es eine Einheit aus Eigentum und bestimmendem Einfluss auf die Führungsstrategie gibt.

Top-Familienunternehmen: Der Befestigungsspezialist Würth aus Künzelsau gehört dazu.

Es sind beachtliche Zahlen, die matchbird zusammengetragen hat und gemeinsam mit dem Projektpartner EY präsentiert. Das erstmals vorgelegte Ranking Top-Familienunternehmen listet stolze 678 deutsche Unternehmen mit einem Jahresumsatz ab 300 Millionen Euro, die maßgeblich von einer oder mehreren Familien geführt beziehungsweise kontrolliert werden. Diese erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2014 weltweit einen Gesamtumsatz von 1,48 Billiarden Euro – ein Wert, der etwa dem kombinierten Bruttoinlandsprodukt von Spanien und Schweden entspricht.

Starkes Wachstum

Die deutschen, familiengeführten Unternehmen waren in der zurückliegenden Finanzkrise das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Das in den Geschäftsführungen gepflegte Langfristdenken garantierte Stabilität und Zuverlässigkeit für Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden. Doch auch in wirtschaftlich besseren Zeiten entpuppen sie sich als Konjunkturmotor. Betrug das deutsche Wirtschaftswachstum im Jahr 2014 1,6 Prozent, ergibt sich aus den Zahlen von matchbird und EY ein Umsatzwachstum bei den stärksten Familienunternehmen Deutschlands von 3,6 Prozent.

Weltweiter Beschäftigungsaufbau: Deutsche Top Familien unternehmen verzeichneten 2014 ein Mitarbeiterplus von 3,5 Prozent.

Beschäftigung ausgebaut

Spannend ist auch der Blick auf die Mitarbeiterzahlen. Zusammen genommen beschäftigen die 678 deutschen Top-Familienunternehmen weltweit annähernd 5,7 Millionen Menschen. Auch hier konnte eine Zunahme um 3,5 Prozent ermittelt werden. Umsatzwachstum und Beschäftigungsaufbau halten sich im Bundesschnitt somit die Waage. Doch es gibt regionale Unterschiede zu beobachten. Während bayrische Unternehmen ihre Belegschaft - national wie international betrachtet – um 4,9 neun Prozent vergrößern konnten, stagniert in den nordrhein-westfälischen Top-Familienunternehmen die Beschäftigungszahl.

Die Nase vorn hat das bevölkerungsreichste Bundesland allerdings bei der Anzahl der im Ranking vertretenen Unternehmen. 197 familiengeführte Firmen, Gruppen und Konzerne konnten der matchbird-Researcher zwischen Aachen und Minden identifizieren. Das Entspricht einem Anteil von annähernd 30 Prozent. Zum Vergleich: Der Bevölkerungsanteil des Bundeslandes liegt bei 22,5 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgen Baden-Württemberg (138), Bayern (126), Niedersachsen (65) und Hamburg (34).

Der Osten macht sich

Die neuen Bundesländer kommen mit Berlin (7) auf insgesamt 21 Top-Familienunternehmen. Ein Wert, der sich ein gutes Vierteljahrhundert nach dem Ende der dortigen Planwirtschaft durchaus sehen lassen kann. Spannende Unternehmen, wie etwa die Hartmannsdorfer Komsa Kommunikation Sachsen AG, die Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien oder der Automobilzulieferer IFA Rotorion aus Haldensleben zeigen, dass sich unternehmerischer Mut und ökonomisches Können auch zwischen der Ostsee und dem Erzgebirge auszahlen.

Wer entscheidet?

matchbird hat sich für das Top-Familienunternehmen-Ranking aber nicht nur die Geschäftszahlen angeschaut. Die akribisch zusammen getragenen Daten verraten auch einiges über die Geschäftsstruktur der familiengeführten Firmen. Nahezu zwei von drei Unternehmen (65,2 Prozent) werden noch von Mitgliedern der Inhaberfamilien geführt. Ein Drittel hat die Geschicke familienfremden Managern anvertraut. Ein Wert, der bei genauerem hinsehen allerdings variiert. Sind bei den 250 umsatzstärksten Unternehmen (Jahresumsatz >845 Millionen Euro) noch 62 Prozent der Familien aktiv in den Chefetagen zugegen, sinkt dieser Wert mit zunehmender Größe kontinuierlich. Die Top50-Familienunternehmen (>3,6 Milliarden Euro) werden schon mehrheitlich extern geführt (52 Prozent). Unter den Top10 (>16,5 Milliarden Euro) findet sich nur noch ein Familienstamm, der die operativen Geschicke des Unternehmens selbst steuern: Die verschwiegene Handelsdynastie Schwarz (Lidl/Schwarz).

Jedes zehnte Top-Familienunternehmen ist börsennotiert: Seit Oktober 2015 auch der Maschinenbau- und Automotive-Riese Schaeffler.

Zehn Prozent sind börsennotiert

Familienunternehmen genießen in Deutschland den Ruf, langfristig zu denken und unternehmerisch zu handeln. Auch gehören sie, so die landläufige Einschätzung, zu den eher verschwiegenen ihrer Zunft. Dennoch finden sich unter den 678 umsatzstärksten deutschen Familienunternehmen 72 börsennotierte Konzerne und Gruppen. Das ist somit mehr als jedes zehnte Unternehmen.

News

Kontakte unter Palmen

Manny Stul aus Australien ist der World Entrepreneur of the Year 2016

MONACO. Der EY World Entrepreneur of the Year 2016 heißt Manny Stul und kommt aus Down Under. Der Chef des australischen Spielzeugherstellers Moose Enterprise hat sich bei der 16. Auflage des renommiertesten Unternehmerpreises der Welt gegen die nationalen Gewinner aus 47 weiteren Ländern durchgesetzt. Er überzeugte die siebenköpfige internationale Jury mit seinem bewegten Werdegang vom Flüchtlingskind zum erfolgreichen Unternehmer und engagierten Philanthropen. Mit dem 67-jährigen Stul erhält erstmals ein Australier die begehrte Auszeichnung.

Die Entscheidung sei diesmal äußerst knapp gewesen, sagte die Jury-Vorsitzende Rebecca MacDonald (Gründerin und Vorstand beim kanadischen Energieversorger Just Energy) bei der Preisvergabe am späten Samstagabend (11.6.2016) im mondänen Salle des Étoiles von Monaco. „Wir haben unsere Entscheidung nach langen und harten Beratungen aber einstimmig getroffen“, ergänzte die Vorzeigeunternehmerin, die gebürtig aus Serbien stammt. Hochgehandelt worden waren im Vorfeld der Bekanntgabe unter anderen auch die deutschen Wettbewerbsteilnehmer Ralf Zastrau und Michael Jung vom saarländischen Hightech-Konzern Nanogate AG sowie die US-Vertreter Andreas Bechtolsheim und Jayshree Ullal von Arista Networks. Beide Firmen wachsen überdurchschnittlich schnell und profitabel mit disruptiven Technologien. Darunter versteht man Innovationen, die die Kraft haben, eine bestehende Technologie vollständig zu ersetzen. Nanogate als international führendes Systemhaus für Hochleistungsoberflächen und Arista im Bereich Hochgeschwindigkeitsinternet passten daher perfekt zur diesjährigen Leitfrage des fünftägigen Events „Does disruption knock you off course or inspire new paths to growth?“ (Bringen Sie disruptive Innovationen vom Kurs ab oder auf neue Wachstumsideen?).

Die heimischen Finalteilnehmer Ralf Zastrau (l.) und Michael Jung von der Nanogate AG zusammen mit Monika Gulyas, Programm Direktorin des EY Entrepreneur of the Year in Deutschland

Tage des Austauschs

„Wir verneigen uns vor den Leistungen von Manny Stul. Er ist ein toller Unternehmer“, kommentierte Nanogate-CEO Ralf Zastrau die Jury-Entscheidung. Sein Vorstandskollege Michael Jung und er zeigten sich sehr zufrieden mit dem eigenen Abschneiden. „Wir haben alles gegeben und uns der Herausforderung gestellt“, beschrieb Michael Jung die spannenden Tage von Monaco. Zudem habe man eine ganze Reihe von sehr interessanten Kontakten knüpfen können. Das überschaubare Fürstentum an der französischen Riviera war als Austragungsort des World Entrepreneur of the Year (WEOY) Wettbewerbs auch Treffpunkt für über 500 interessante Unternehmer und Unternehmerinnen aus aller Welt. Die Internationalität und Branchenvielfalt des vom globalen Wirtschafts- und Steuerberatungsunternehmens EY organisierten Businessgipfels ist einzigartig. Zu den Teilnehmern in Monaco gehören traditionell viele Familienunternehmer, starke Mittelständler sowie aufstrebende Jungunternehmer.

Namen mit Klang

Zusätzlich schnürt EY auch immer ein Rahmenprogramm der Extraklasse. Zu den Key-Speakern gehörten in diesem Jahr die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney, der Chef von PayPal Dan Schulman, der Boss von Unilever Paul Polman, der Stratosphärenspringer Felix Baumgartner und der italienische Kaffeemaschinen-Mogul Guiseppe Lavazza. Die allermeisten Topreferenten standen nach ihren Vorträgen noch für den direkten Austausch zur Verfügung. „Der WEOY ist unsere wichtigste globale Veranstaltung“, bekannte der designierte neue EY-Deutschlandchef Hubert Barth. Er übernimmt am 1. Juli die Verantwortung im drittgrößten Markt des Beratungsriesen. Hubert Barth will in Zukunft das Kompetenzprofil von EY weiter schärfen. „Viele potenzielle Kunden wissen gar nicht, dass wir zum Beispiel auch extrem erfahrene Vertriebsexperten im Team haben oder, dass wir immer mehr Mandanten auch in allen Fragen der Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle unterstützen“, sagte der nächste Vorsitzende der Geschäftsführung der deutschen Ernst & Young GmbH.

EY-Weltchef Mark Weinberger mit dem neuen Deutschland-Chef Hubert Barth (r.)

Familien im Mittelpunkt

Ein immer wichtiger werdender Programmpunkt des World Entrepreneur of the Year-Events in Monaco ist das EY Global Family Business Summit unter Führung des deutschen EY-Partners Peter Englisch. Er ist als Global Leader of EY's Family Business Center of Excellence verantwortlich für den weiteren Ausbau des Geschäftsfeldes. In der umfassenden Beratung von Familienunternehmen besitzt EY inzwischen eine kompetenztechnische Alleinstellung im Markt. Keiner der anderen global agierenden Wettbewerber berät auch nur ansatzweise so viele Familienunternehmen wie EY. „Die Konzentration auf die besonderen Bedürfnisse von Familienunternehmen hat unsere Aufmerksamkeit geschärft. Wir liefern heute die richtigen Lösungen und Antworten für Unternehmerfamilien auf der ganzen Welt“, beschrieb Peter Englisch die besondere Stärke des Family Business Center of Excellence. Im Rahmen des Family Business Summits wurden auch zwei Auszeichnungen vergeben.

Referent zum Niederknien

Mit André Hoffmann, dem führenden Repräsentanten der Inhaberfamilie des Schweizer Pharmakonzerns Roche, erhielt ein glühender Verfechter des Familienunternehmertums die Global Family Business Special Recognition. Allein seine Vorträge hätten eine Reise nach Monaco gerechtfertigt. Der weltgewandte Familienunternehmer erzählte offen mit welchen Strategien seine Familie den Roche-Konzern fit für den globalen Wettbewerb macht und dabei die eigenen Werte fest im Auge behält. Die Preisträger des NextGen-Awards haben ihre Familienunternehmerkarriere gerade erst begonnen. Daniela Pillhofer und Peter Honegger waren von Österreich aus zum Studieren nach London gegangen und starteten quasi nebenbei mit Newcomer Wines einen ungewöhnlichen Weinvertrieb für Rebensaft aus der Heimat. Wichtige Anregungen für die Firmengründung bekam der Hotelierssohn Honegger durch die Teilnahme an der EY NextGen Academy. „Mit diesem Programm wenden wir uns vor allem an die nächste Generation in Familienunternehmen. Junge Frauen und Männer zwischen 16 und 30 Jahren bekommen hier die Chance sich mit Menschen auszutauschen, die auch in eine Unternehmerfamilie hineingeboren wurden“, erzählte Andrea Baars, EY´s Global Leader des NextGen Programms in Monaco. Die exklusiven Trainings an renommierten Business Schools helfen den Nachwuchsunternehmern bei der Planung ihres persönlichen Werdegangs. Mit 450 Mitgliedern aus 55 Ländern ist die EY NextGen Academy eine wertvolle Institution im internationalen Familienunternehmer-Netzwerk.

André Hoffmann, oberster Familienrepräsentant beim Schweizer Pharmakonzern Roche, erhielt den Ehrenpreis für vorbildhaftes globales Familienunternehmertum

Peter Englisch ist als Global Leader von EY's Family Business Center of Excellence verantwortlich für das zentrale Family Business Summit in Monaco

Siegen in Monte Carlo

Der neue EY World Entrepreneur of the Year erhält weltweite Medienaufmerksamkeit. Schon in Monaco gab der Australier Manny Stul der internationalen Presse aus allen Teilen der Welt unzählige Interviews. Die von EY initiierte Auszeichnung ist heute nämlich viel mehr als eine Firmenveranstaltung. Der Prozess, mit dem die Kandidaten in den Landeswettbewerben stets von unabhängigen Juroren bewertet werden, ist transparent. Der Aufwand, den EY zum Weltfinale in Monaco treibt, ist immens und die perfekte Inszenierung des Umfelds erinnert stark an die renommiertesten Filmfestivals der Welt. Manny Stul jedenfalls war überglücklich: „Ich fühle mich geehrt und bin hocherfreut, diesen prestigeträchtigen Preis für Moose, unsere Angestellten und Australien entgegenzunehmen.“ Überzeugt hatte er die Juroren unter anderem mit einem rasanten Wachstum. Stul war erst zur Jahrtausendwende bei dem damals noch kleinen Spielzeugproduzenten Moose eingestiegen. Seither sind die Umsätze um 7.200 Prozent gewachsen. Seine Renner sind die Shopkins. Die Minifiguren zum Sammeln, Tauschen und Spielen sind bei kleinen Mädchen sehr beliebt. Bald 100 Millionen Shopkins-Artikel wie kleine Bananen, Möhren oder Shampooflaschen aus Kunststoff wurden seit dem Produktstart 2014 in über 50 Ländern der Welt verkauft. Der Familienunternehmer Stul hat die Nachfolgegeneration schon mit an Bord. Sein Stiefsohn hat als IT-Experte großen Anteil am Erfolg der Marke. Die von ihm verantwortete Onlinestrategie sorgt für weltweite Beachtung. Videos von den Shopkins wurden schon über 600 Millionen Mal angeklickt. Doch auch der Seniorchef hat seinen analogen Auftritt werbetechnisch perfekt genutzt. Mit hochemotionalen Dankesworten hat Manny Stul im Salle des Étoiles sicherlich noch viele potenzielle Fans auf seine innovativen Spielzeugkonzepte aus Australien aufmerksam gemacht.

Zuhören, beraten, begeistern

DÜSSELDORF. Wie arbeitet EY als einer der größten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsdienstleister mit Familienunternehmen? Wie lässt sich der Nachwuchs für das elterliche Unternehmen begeistern? Wie positionieren sich Mittelständler im Zeitalter von Globalisierung und Industrie 4.0 am Markt? Die Antworten darauf gibt Peter Englisch, EY Global & EMEIA Family Business Leader, in einem exklusiven Interview für Top-Familienunternehmen.de.

Peter Englisch kennt aufgrund seiner Arbeit auf dem Gebiet der Prüfung und Beratung internationaler und nationaler Unternehmen das Innenleben verschiedenster Betriebe aus nächster Anschauung. Heute ist er spezialisiert auf Fragen der Finanzierung mittelständischer Unternehmen und Autor verschiedener Mittelstandsstudien.

Das EY Family Business Center of Excellence ist das erste seiner Art und wurde dafür geschaffen, Familienunternehmen, ihre Eigentümer und ihre Manager zu unterstützen. Dazu bringt EY Berater aus dem globalen Netzwerk zusammen, um Wissen und neue Erkenntnisse zu Themenbereichen wie Nachfolgeregelungen, Vermögensverwaltung oder gesellschaftliches Engagement auszutauschen.

Rückenwind durch Management-Buy-Out

Copyright deharde.de

VAREL. Die Deharde Maschinenbau Helmut Hoffmann GmbH wird künftig von Marc Brestrich und Bernd Beschorner geführt. Die Manager des Maschinebau- und Luftfahrtspezialisten übernehmen gemeinsam mit der Beteiligungsgesellschaft Süd BG und der Visbeker Schulz Unternehmensgruppe die Geschäfte.

Seit über fünf Jahrzehnten ist das 1909 gegründete Unternehmen als Maschinenbauer und Technologiedienstleister für die Luftfahrt aktiv. Deharde entwickelt und fertigt mit über 300 Mitarbeitern fliegende Baugruppen und Einzelteile für die Luftfahrtindustrie. Ebenso werden Anlagen zur Baugruppen-Montage und zum Windtunnelmodelbau produziert und Motoren- und Fahrwerkskomponenten sowie Gusswerkzeuge für die Automobilindustrie hergestellt. „Ich freue mich, dass es gelungen ist, meine Nachfolge durch das unternehmerische Engagement meiner langjährigen Partner und Leistungsträger zu regeln“, erklärt Holger Hoffmann, der aus Altersgründen aus der Geschäftsführung ausscheiden wird. Hoffmann, der Deharde als Gesellschafter weiterhin verbunden bleibt, gibt die Geschicke nun in die Hände seiner langjährigen Angestellten Marc Brestrich und Bernd Beschorner, die gemeinsam mit der Schulz Unternehmensgruppe und der Süd Beteiligungen GmbH die Mehrheit an dem norddeutschen Maschinenbauunternehmen übernehmen.

Luftfahrtsparte wird ausgebaut

Der neue geschäftsführende Gesellschafter Marc Brestrich will die hervorragende Positionierung des Unternehmens, insbesondere im wachstumsstarken Segment Luftfahrt, weiter ausbauen. So errichtet Deharde aktuell für 17 Millionen Euro eine neue Zerspanungshalle sowie ein Logistikzentrum. Zudem wird eine neue Produktionshalle errichtet, in der unter anderem Rumpfteile für das Airbus-Großraumflugzeug Beluga entstehen. Vom Vareler Hafen erreichen die Exportgüter über Nordenham, Hamburg und Bordeaux die Airbus-Endmontage im südfranzösischen Toulouse. „Mit unseren substanzstarken Partnern, der Süd BG und der Schulz-Gruppe, sind wir glänzend aufgestellt, um das dynamische Wachstum der letzten Jahre im Sinne der Familie erfolgreich am Standort Varel fortzusetzen“, betont Brestrich.

Starke Beteiligungspartner

Die Süd BG ist eine hundertprozentige Tochter der baden-württembergischen Landesbank LBBW und unterstützt wachstumsstarke mittelständische Unternehmen mit individuellen, maßgeschneiderten Eigenkapital- und eigenkapitalnahen Lösungen mit dem Fokus auf Wachstumsfinanzierungen und Nachfolgeregelungen. Aktuell hält die Su?d Beteiligungen GmbH mehr als 40 Beteiligungen in verschiedenen Branchen mit einem Kapital unter Management von über 500 Millionen Euro. Die Schulz Unternehmensgruppe wurde 1954 im niedersächsischen Visbek gegründet. Sie gehört zu den führenden Entwicklern von Automatisierungslösungen. Die international operierende Unternehmensgruppe beschäftigt weltweit über 1.000 Mitarbeiter.

Hamburger docken in Bremen an

BREMEN. Überraschung an der Waterkant. Wie Ende September bekannt wurde, übernimmt die Bremer Lürssen Werft den Hamburger Konkurrenten Blohm+Voss. Das Kartellamt muss der Übernahme allerdings noch zustimmen. Das Bremer Familienunternehmen hatte bereits vor fünf Jahren den Kauf des traditionsreichen Hamburger Schiffbauers ins Auge gefasst, war aber unter anderem an der ablehnenden Haltung der Betriebsräte gescheitert. Stattdessen stieg der britische Finanzinvestor Star Capital ein.

Peter Lürßen, geschäftsführenden Gesellschafter der Lürssen Werft, bekräftigte in einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt, dass sein Familienunternehmen davon überzeugt sei, mit Blohm+Voss das Leistungsspektrum von Reparatur- und Refit-Aktivitäten für Yachten, Marine- und kommerzielle Schiffe verstärken sowie das Neubaugeschäft von Marineschiffen innerhalb der Unternehmensgruppe Lürssen abrunden zu können.

Lürssen ist an sechs Werft-Standorten in den fünf deutschen Küstenländern vertreten und vor allem für den Bau von Luxus-Yachten bekannt. So haben die Hanseaten auch die momentan längste Yacht der Welt hergestellt, die 180 Meter lange „Azzam“.